Forschungsphilosophie
Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST
Für Industrie und Wirtschaft sind wissenschaftliche Erkenntnisse erst dann relevant, wenn sie ganz bestimmten Kriterien genügen, wie zum Beispiel Anforderungen an Umsetzbarkeit, Effizienz und Kundennutzen. Aufgabe der Grundlagendisziplinen ist es hingegen, Erkenntnisse auch da zu gewinnen, wo der unmittelbare Nutzen für die Anwendung nicht sofort ersichtlich ist.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Fraunhofer-Instituten arbeiten zwischen diesen beiden Welten: Sie setzen sich mit Herausforderungen auf der Anwendungsseite auseinander und nehmen gleichzeitig an der wissenschaftlichen Forschung teil. Nur so kann sichergestellt werden, dass Anforderungen aus der Industrie die forschenden Wissenschaftler auch erreichen, und umgekehrt neue wissenschaftliche Erkenntnisse schnell ihren Weg in die Industrie finden.
Die Aufgaben, denen sich das Fraunhofer ISST widmet, münden in einer zentralen Fragestellung:
Wie werden große Software-Systeme entwickelt, die komplexe Aufgaben unterstützen, in heterogenen und verteilten Strukturen umgesetzt werden und einem kontinuierlichen Veränderungsprozess unterworfen sind?
Das Fraunhofer ISST verfolgt den Ansatz, Systeme zu errichten, die sowohl stabil als auch evolutionsfähig sind und dabei einen bedarfsgerechten Informationsaustausch ermöglichen.
Die Forschung am Fraunhofer ISST beruht auf drei wesentlichen Säulen:
Dem »Competence Center for Processes and Architectures« (COMPARC), einem Entwicklungs- und Demonstrationslabor für prozessorientierte Architekturen;
dem »Continuous Software Engineering« (CSE) als Forschungsansatz für langlebige, evolutionsfähige Softwaresysteme und
der »Informationslogistik« als Maxime für bedarfsgerechte Informationsversorgung z. B. nach orts- oder situationsbasierten Kriterien.

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