Pressemitteilungen
Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST
Machbarkeitsstudie zum Thema »Prozessketten« veröffentlicht
Pressemitteilung 12.05.2009
Seit dem 5. Mai steht die Machbarkeitsstudie »Entwicklung von Prozessketten zwischen Wirtschaft und Verwaltung: Finanzdienstleistungen« zum Download zur Verfügung.
Das Fraunhofer ISST hat gemeinsam mit weiteren Forschungseinrichtungen (Fraunhofer SIT, Universität Tübingen) und Industrieunternehmen (Commerzbank AG, GAD eG) unter der Leitung des Fraunhofer IAO Potentiale für die Konzeption und Umsetzung von Prozessketten (PRK) zwischen Finanzdienstleistern und Verwaltung systematisch analysiert und evaluiert. Ziel ist es, mithilfe solch branchenübergreifender Prozessketten die Zusammenarbeit von Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung zu optimieren. Vor dem Hintergrund notwendiger Effizienz- und Effektivitätssteigerungen in diesem »Schnittstellenbereich« wird der Aufbau organisationsübergreifender Prozessketten eine zentrale Herausforderung der kommenden Jahre sein.
Methoden und Instrumente für die Umsetzung
Im Zentrum der Machbarkeitsstudie stehen Methoden und Instrumente, die Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern in Wirtschaft und Verwaltung Hilfestellung bei der Umsetzung übergreifender Prozessketten geben. Wesentliche Elemente sind dabei die im Projektverlauf entwickelten Methoden »PRK-Screening« und »PRK-Scoping«. Sie unterstützen die Konzeption einer Prozesskette und helfen bei den damit verbundenen Chancen und Risiken. Ergänzt werden die Methoden durch entsprechende Werkzeuge, die die Autoren im Anhang II aufführen.
Die Studie führt anhand eines übergreifenden roten Fadens durch das Themengebiet: Von der Erhebung der Prozessketten in der IST-Situation (PRK-Screening) über die Erfassung von Zielen und Anforderungen für Prozessketten Level-1 (PRK-Scoping) bis hin zur Ableitung eines strategischen Bauplans und zu operativen Handlungsempfehlungen (PRK-Bauplan).
- Das Screening ist eine wissenschaftliche und praxisorientierte Methode, um Prozessketten in Bezug auf deren wichtigsten Merkmale und Ausprägungen zu analysieren und zu beschreiben. Dabei werden unterschiedliche Sichten auf die Prozessketten berücksichtigt - fachlich, IT-architektonisch, IT-sicherheitstechnisch und juristisch. Die entwickelte Methode lässt sich je nach Einsatzzweck auf unterschiedliche Analyseebenen anpassen.
- Das Scoping ist eine Methode, um geeignete Ziele für Prozessketten auszuwählen bzw. zu beschreiben. Dabei werden unterschiedliche Zieldimensionen berücksichtigt - wirtschaftlich/ organisatorisch, IT-architektonisch, IT-sicherheitstechnisch und juristisch.
Empirie und Fallstudien
Die Theorie wird empirisch in der IST-Analyse angewandt auf existierende Finanzdienstleistungs (FDL)-Prozessketten in Deutschland. Die Analyse zeigt, dass einerseits bei Banken eine Vielzahl verschiedener Organisationsbereiche involviert ist und andererseits eine große Anzahl unterschiedlicher Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung adressiert wird. Dabei werden vielfach Informationen immer noch auf traditionelle Weise mit Papierdokumenten ausgetauscht. Der Grund: nicht vorhandene Infrastrukturen und gesetzliche Regelungen. Anders bei der Bundesbank und BaFin: Hier werden teilweise schon leistungsfähige Portallösungen bereitgestellt, die einen medienbruchfreien Ablauf der Prozessketten ermöglichen.
In einem weiteren Schritt wird die Theorie fallstudienbezogen auf zwei ausgewählte Prozessketten zwischen Wirtschaft und Verwaltung angewandt, nämlich auf die Prozessketten »Private Immobilienfinanzierung« und »Geldwäscheverdachts-Anzeige«. Die Erkenntnisse aus den beiden Fallstudien werden in mehreren Handlungsfeldern sowohl für Banken als auch öffentliche Verwaltungen dargestellt. Schwerpunkte liegen auf der Professionalisierung des Managements von Prozessketten sowie dem Aufbau geeigneter Infrastrukturen. Diese sollen die Umsetzung von organisationsübergreifenden und medienbruchfreien Prozessketten unterstützen bzw. ermöglichen.
Zielgruppen der Studie:
- Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger in E-Government und E-Business
- Praktikerinnen und Praktiker in E-Government und E-Business
- Prozessverantwortliche bei Finanzdienstleistern und in öffentlichen Verwaltungen
- Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Forschung und Lehre
Autorenteam:
- Norbert Fröschle (Fraunhofer IAO)
- Claus-Peter Praeg (Fraunhofer IAO)
- Jürgen Baum (Fraunhofer SIT)
- Manfred Gerblinger (Universität Tübingen)
- Peter Heiler (Commerzbank AG)
- Reiner Kraft (Fraunhofer SIT)
- Klaus Kuper (GAD eG)
- Lutz Nentwig (Fraunhofer ISST)
- Gerhard Ringwald (Universität Tübingen)
- Rainer Rosenmüller (Fraunhofer ISST)
- Uwe Rubart (GAD eG)
- Download der Studie
- Fraunhofer eGovernment Zentrum (www.egov-zentrum.fraunhofer.de)
- eGovernment beim Fraunhofer ISST



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