International Data Spaces

Datensouveränität ist eine Schlüsselfähigkeit im Zeitalter der Digitalisierung, die International Data Spaces sind die Technologie dazu.

Unser Leistungsangebot

Bei der Bereitstellung von Daten sehen sich sowohl Erzeuger als auch Besitzer von Daten oftmals der Gefahr ausgesetzt, die Kontrolle und damit den strategischen Wert ihrer Datenressourcen aus der Hand zu geben. Diesen branchenübergreifenden Zielkonflikt adressieren die International Data Spaces, indem sie Datengebern das Teilen von Daten unter Wahrung der Datensouveränität ermöglichen.

 

Bild: International Data Spaces

 

Das Fraunhofer ISST entwickelt zum einen Technologien, um die Datensouveränität sicherzustellen und zum anderen Technologien, um den standardisierten Datenaustausch mittels des Dataspace Connectors sicherzustellen. Der Dataspace Connector ist ein Softwaregateway zu den International Data Spaces und erlaubt somit die Teilnahme an den entsprechenden Datenökosystemen. Die vom Fraunhofer ISST entwickelten Technologien basieren auf dem »Reference Architecture Model« und den Zertifizierungskriterien vom International Data Spaces e.V. und sind entsprechend überprüft worden.

Der International-Data-Spaces-Standard und die Technolgien des Fraunhofer ISST unterstützen dabei die Datensouveränität in unterschiedlicheten Projekten wie beispielsweise »GAIA-X«, dem »Datenraum Mobilität« (DRM) und dem »Datenkompetenzzentrum Städte und Regionen« (DKSR). Zudem werden die Industriekonzepte im Alltag von Einzelpersonen transferiert, sodass in Zukunft auch Bürgerinnen und Bürger an den International Data Spaces teilnehmen können.


Das Leistungsangebot des Fraunhofer ISST umfasst Anwendungs- und Konzeptentwicklung für den Einsatz der International Data Spaces, technische Proof–of-Concepts, Unterstützung bei der Umsetzung im produktiven Einsatz und gemeinsame Open-Source-Entwicklung.

 

Dataspace Connector

  • IDS-ready geprüfter Connector für den Datenaustausch in den International Data Spaces
  • Open Source unter Apache 2 Lizenz verfügbar mit einer Community aus diversen Unternehmen
  • Unterstützung von Datensouveränität
  • Zum Dataspace Connector 

 

IDS-Konfigurationsmanager         

  • Konfiguration des Dataspace Connector
  • Orchestrierung von Applikationen in Kubernetes Umgebungen
  • Konfiguration von Apache Camel für den Message Exchange zwischen den Applikationen
  • Design-Time-Prüfung der Konfigurationen und Datensouveränität
  • Open Source unter Apache 2 Lizenz
  • IDS-Configuration-Manager
 

  • Domänenspezifische Programmiersprache zur Entwicklung Datenverarbeitender Applikationen
  • Integrierte Usage-Control-Mechanismen
  • Umsetzung des Programmierparadigmas der policy-agnostischen Programmierung
  • Erweiterbare Subsysteme für Einsätze in unterschiedlichen Fachdomänen

 

Nukleus

  • Java-Framework für die Spezifikation von Domänenmodellen mit integrierter Nutzungskontrolle auf Basis von ECA-Regeln
  • Integrierte Scriptsprache mit entsprechenden Datentypen, Aktivtäten und Policies
  • Remote Server für die entfernte Ausführung von Aktivitäten als Docker Container oder Web Archive (WAR)
  • Integration in Apache Camel
  • Typ Registry für Domänenmodelle
  • Open Source unter Apache 2 Lizenz
  • https://nukleus.ids.isst.fraunhofer.de/

 

IDS–Messaging-Service

  • Vereinfacht die Entwicklung eines IDS-Connectors
  • Einheitliches Senden und Empfangen von IDS-Nachrichten
  • Schnittstelle des IDS-Connectors zu anderen IDS-Infrastrukturkomponenten
  • Unterstützt die Anbindung an: DAPS, Clearing House, AppStore, Broker, ParIS, VoCol, andere Connectoren
  • Unterstützt mehrere Protokolle zur Datenübertragung: HTTP Multipart, IDS-LDP

 

Branchen

International Data Spaces tragen in unterschiedlichen Branchen zur Lösung anspruchsvoller Herausforderungen bei. Ob in der Automobilbranchebezüglich vorausschauender Wartung oder Lieferketten, der Mobilität von Bürgerinnen und Bürger generell, Smart Cities im Speziellen oder beim Datenaustausch im Gesundheitswesen beziehungsweise. der allgemeinen Integration von Bürgerinnen und Bürger in Datenökosystemen, in all diesen Branchen ist das Fraunhofer ISST mit den hier genannten Technologien unterwegs.

 

Hier finden Sie eine Auswahl von freigegebenen Anwendungsbeispielen aus dem Kompetenzfeld »International Data Spaces« der vergangenen Jahre. Sie suchen weitergehende Informationen? Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf – unsere Ansprechpartner stehen Ihnen gerne für Fragen und Gespräche zur Verfügung.

 

Beispiel 1:

Kollaboratives Gewährleistungs- und Qualitätsmanagement

In mehrstufigen Lieferketten verzögert sich die gemeinsame Nutzung von Qualitätsmanagementdaten durch wiederholtes Sammeln von Daten. Infolgedessen werden systematische Qualitätsmängel zu spät aufgedeckt, was zu einer fortlaufenden Produktion von fehlerhaften Anlagen führt.
Mit Hilfe des Dataspace Connector, dem Konfigurationsmanager und der passenden Apps von SAP werden die Qualitätsdaten von Werkstätten über den Hersteller entlang der Fertigungslieferkette unter Berücksichtigung von Nutzungsrichtlinien geteilt.

Projektseite extern

(https://internationaldataspaces.org/usecases/sap-fraunhofer/)

 

Beispiel 2:

Datenraum Mobilität

Das Ziel des Datenraum Mobilität und des Mobility Data Spaces sind neue nutzerfreundliche, nachhaltige und bezahlbare Mobilitätsangebote über verschiedene Mobiltitätsanbieter hinweg bereitzustellen. Deswegen wird der Datenraum unter anderem mit BMW, VW, Daimler, VDA, Deutsche Lufthansa, Hamburger Hochbahn, Deutsche Bahn, Tier, HERE und DWD über alle Mobilitäts- und Serviceanbieter hinweg aufgebaut. Technologisch werden der Dataspace Connector, sowie D° und Nukleus verwendet.

Projektseite extern

(acatech.de/projekt/datenraum-mobilitaet/)

 

Beispiel 3:

Catena-X Automotive Network

Die Catena-X-Initiative standardisiert die Übertragung digitaler Informationen über die Lieferkette von den Automobilzulieferern bis zum nachgelagerten Handel. Zu den Mitgliedern der Initiative zählen Mercedes-Benz, BMW, Bosch, Schaeffler, ZF, die Deutsche Telekom, SAP, Siemens, BASF, Henkel und die Fraunhofer-Gesellschaft sowie kleinere Unternehmen. Catena-X basiert dabei auf GAIA-X und den International Data Spaces, dabei kommt der Dataspace Connector zum Einsatz.

Projektseite extern

(telekom.com/de/medien/medieninformationen/detail/catena-x-automotive-network-620622)

 

Beispiel 4:

Digital Life Journey

Selbstbestimmtes Leben in einer sich digitalisierenden Welt

Könnte man die einzelnen Bürgerinnen und Bürger in ihrer Gesamtheit beschreiben, wenn man alle ihre Daten zusammenführen würde – das »Digitale Ich« sozusagen? Die Digital Life Journey zeigt auf, wie jeder Einzelne wieder zum Souverän seiner Daten wird und in welcher Art und Weise Gesellschaft, Technologie, Ethik, Recht und Ökonomie zusammenspielen müssen. Die International Data Spaces stellen eine mögliche technologische Basis dar, um insbesondere Sicherheit, Interoperabilität, Transparenz, Nachvollziehbarkeit und weitere Mehrwerte zu gewährleisten.

interne Projektseite

Projektseite extern

(digitallifejourney.de)

 

Beispiel 5:

DaWID

Datenzentrierte Wertschöpfungsplattform für interaktive, assistierende Dienstleistungssysteme

Persönliche Daten gelten als neue Assetklasse. Daher erforscht das Projekt DaWID Konzepte einer datenzentrierten Wertschöpfungsplattform, durch die Nutzenden ihre persönlichen Daten transparent und souverän mittels einer IDS-Connector-Anbindung verwalten können. Unternehmen können diese Daten für innovative Produkte oder Dienstleistungen verwenden und somit ihre Wertschöpfung steigern. Aufbauend auf dem Data Intelligence Hub werden benutzerfreundliche Policies für Data Use und Access verwendet.

interne Projektseite

Projektseite extern

(dawid-projekt.de)

 

 

Liste der wissenschaftlichen Publikationen

A. S. Ahmadian, J. Jürjens, D. Strüber: Extending model-based privacy analysis for the industrial data space by exploiting privacy level agreements. Proc. SAC 2018: 1142–1149. https://doi.org/10.1145/3167132.3167256

F. Bruckner, R. Nagel, D. Krüger, S. Wenzel, B. Otto: Eine Programmiersprache zur souveränen Datenverarbeitung. Proceedings of D-A-CH Security 2018 2018.

H. Haße, B. Li, J. Cirullies, N. Weißenberg, B. Otto: Digital Twin for Real-Time Data Processing in Logistics. HICL 2019. https://doi.org/10.15480/882.2462

J. Zrenner, F. O. Möller, C. Jung, A. Eitel, B. Otto: Usage Control Architecture Options for Data Sovereignty in Business Ecosystems. Journal of Enterprise Information Management, ISSN: 174-0398 2019. https://doi.org/10.1108/JEIM-03-2018-0058

B. Otto, M. Jarke: Designing a multi-sided data platform: findings from the International Data Spaces case. Electronic Markets 2019, 29: 561–580. https://doi.org/10.1007/s12525-019-00362-x

H. Haße, H. van der Valk, N. Weißenberg, B. Otto: Shared Digital Twins: Data Sovereignty in Logistics Networks. Hamburg International Conference of Logistics (HICL) 2020 2020. https://doi.org/10.15480/882.3119

S. Opriel, F. Möller, U. Burkhardt, B. Otto: Requirements for Usage Control based Exchange of Sensitive Data in Automotive Supply Chains. 54th Hawaii International Conference on System Sciences (HICSS) 2021.

Meister, S. und B. Otto, 2019. Digital Life Journey. Grundlagen eines Frameworks für ein selbstbestimmtes Leben des Bürgers in einer sich digitalisierenden Welt. Hg. v. Boris Otto und Jakob Rehof. Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST. Dortmund. http://dx.doi.org/10.24406/ISST-N-559091