Digitaler Engel

Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Pflegekräften in Krankenhäusern

Die Tätigkeit von Pflegekräften in deutschen Krankenhäusern erfordert nicht nur hohe fachliche Kompetenz, sondern gleichzeitig auch eine ausgeprägte individuelle Interaktionsarbeit mit den Patienten. Zur Gewährleistung einer hochwertigen individuellen Pflege müssen neben Kompetenzen und Persönlichkeitsmerkmalen des Patienten auch dessen Gefühle berücksichtigt werden. Das Wechselspiel zwischen der Arbeit mit den Gefühlen des Patienten (Gefühlsarbeit) und dem Umgang der Pflegepersonen mit ihren eigenen Emotionen (Emotionsarbeit) ist eine zentrale Aufgabe der Interaktionsarbeit, die jedoch kaum berücksichtigt wird. Die alltägliche Ausübung von Gefühls- und Emotionsarbeit kann bei Pflegenden jedoch zu hoher psychischer Beanspruchung führen, die sich zum Beispiel in erhöhtem Stresserleben, größerer Erschöpfung oder geringerer Arbeitszufriedenheit äußert. Langfristig ist dies mit einem zunehmenden Risiko für psychovegetative Beschwerden und Burnout verbunden. Neben diesen gesundheitlichen Aspekten, wird auch der bereits zunehmende Fachkräftemangel die deutschen Krankenhäuser vor die Aufgabe stellen, die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte zu verbessern.

Ziel des Forschungsprojekts ist es, durch geeignete Verhältnis- und Verhaltensprävention Pflegekräfte zu stärken und insbesondere bei der Interaktionsarbeit gezielt zu unterstützen. Durch den Einsatz digitaler Assistenzsysteme sollen vor allem die alltägliche Ausübung von Emotions- und Gefühlsarbeit erleichtert und die damit einhergehende Beanspruchung der Pflegekräfte reduziert werden.

 

Projektpartner

  • Fraunhofer IML
  • Fraunhofer ISST
  • Pius-Hospital Oldenburg
  • Ubimax GmbH
  • Leibniz-Institut für Arbeitsforschung

Laufzeit

September 2019 bis Oktober 2022

Förderung

Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Programm »Zukunft der Arbeit: Arbeiten an und mit Menschen«.