Digital Health Innovation Engineering

Von der Vision zu einer digitalen Strategie

Es ist unverkennbar, dass sich unsere derzeitige Gesellschaft in einem Wandel befindet – weg von analogen Kommunikationswegen und hin zu einer vermeintlich effektiveren sowie effizienteren digitalen Kommunikation. Dieser Prozess, auch »Digitalisierung« genannt, wird die Art und Weise, wie wir im Alltag zusammenleben, maßgeblich verändern. Dies ist der Grund, warum Digitalisierung heute nicht mehr nur eine Transformation analoger Informationen zu Digitalen meint, sondern Menschen und Prozesse im Fokus stehen. Lebens- und Arbeitsweisen werden ebenso verändert, wie der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechniken zur Umsetzung neuer Geschäftsmodelle. Die »Digitale Agenda« ist hierbei das Instrument der Bundesregierung zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit in Deutschland. Die Bundesministerien BMWi, BMI und BMVI formulieren in ihr sieben explizite Handlungsfelder: Neben digitalen Infrastrukturen werden ebenso Aspekte der digitalen Wirtschaft und digitalen Arbeit betrachtet sowie der Einfluss neuer Technologien auf zukünftige digitale.

Auch unsere Gesundheit bleibt von dieser Entwicklung nicht unangetastet. Gerne spricht man heutzutage von virtuellen Coachingprogrammen, Gesundheits-Apps oder smarten Wearables. Digitale Lösungen sollen uns – Bürgerinnen und Bürger – in der Gesunderhaltung unterstützen, Krankheiten vermeiden oder uns therapeutisch bzw. rehabilitativ begleiten. Digitalisierung soll auch ein Invcentive für Gesundheitseinrichtungen sein: Am Beispiel Krankenhaus zeigt sich, dass heute noch immer das Papier als Träger für Informationen an vielen Stellen dominiert. Der räumlich und zeitlich unbegrenzte Zugang zu diesen durch digitale Vernetzung erlaubt jedoch das Denken neuer Mitarbeiter- und Patientenprozesse.

Digitalisierung ist eine Chance, die jedoch eine strukturiert-strategische Auseinandersetzung mit den Fragestellungen der Digitalisierung voraussetzt – ein Prozess, der durch das Fraunhofer ISST als »Digital Health Innovation Engineering« bezeichnet wird.

Ausgehend von der strategischen Vision sind Ziele und Anforderungen an die perspektivische Digitalisierung zu formulieren. Hierzu bedarf es unterstützender Prozesse und eine Bewertung des bestehenden Reifegrads der Digitalisierung. Gerade ein niedriger IT-Reifegrad erschwert die Einführung digitaler Prozesse. Sämtliche Konzepte sind immer unter Berücksichtigung des Faktors Mensch zu entwickeln. Zum einen gibt es Prozessschritte, die nur durch Menschen erbracht werden können, und zum anderen erfordert Digitalisierung in Teilen eine Interaktion zwischen digitaler Technologie und Mensch. Der finale Schritt ist die Umsetzung, die nicht nur eines technischen, sondern auch eines mentalen Change-Prozesses bedarf.