Prozessoptimierung in der Pflege

Prozessoptimierung in der Pflege – Untersuchung der Transportlogistik im Elisabeth-Krankenhaus

Beauftragt durch das Elisabeth Krankenhaus in Essen dokumentierte und analysierte das Fraunhofer ISST die Prozessabläufe in den verschiedenen Bereichen der Krankenhauslogistik und erarbeitete Verbesserungsvorschläge für diese. Das Elisabeth-Krankenhaus ist das älteste Krankenhaus in Essen und ist mit 613 Betten das zweitgrößte Essener Krankenhaus. Im Rahmen des Projektes wurden die logistiknahen Aufgaben in dem Bereich der Pflege aus einer ganzheitlichen und neutralen Perspektive untersucht. Mit besonderem Blick auf die Informationslage, die gegebene Technikunterstützung und die gemeinsame Nutzung von Ressourcen in den Abteilungen wurden die Prozesse auf Verbesserungen mit dem Ziel der Entlastung der Pflege untersucht.

Die betrachteten Unterstützungsprozesse laufen in der Regel unbemerkt vom Patienten im Hintergrund ab und stellen sicher, dass der primäre Behandlungsprozess reibungslos funktioniert. Betrachtet man die Gesamtheit aller direkt oder indirekt an der Behandlung eines Patienten beteiligten Abläufe, ist man mit einer Vielzahl von Tätigkeiten vieler Personen unterschiedlichster Berufsgruppen konfrontiert. Das Spektrum reicht hierbei vom Pflegepersonal über Stationsärzte, Verwaltungspersonal und OP-Teams bis hin zu Mitarbeitern der Bettenzentrale oder des Materiallagers.

Das Projekt am Elisabeth Krankenhaus wurde in mehrere Arbeitsphasen unterteilt: Während der Ist-Analyse wurden die Prozesse nach einer grundlegenden Abstimmung und Vorbereitung erhoben, analysiert und anschließend dokumentiert. Dabei wurden Belastungen des Pflegepersonals je nach Schweregrad bewertet und diese verschiedenen Problemklassen zugeordnet. Die Belastungen konnten somit z.B. auf organisatorische, bauliche oder informationstechnologische Ursachen zurückgeführt werden. Während der Konzeptionsphase wurden die vorhandenen Belastungen je nach Schweregrad adressiert und Lösungen durch Neuorganisation und Umstrukturierung von Teilprozessen oder des Einsatzes bewährter oder neuartiger Technologien erarbeitet. Auch der Einsatz von IT-Systemen zur Optimierung des Informationsflusses wurde eruiert. Dabei wurde besonderer Wert auf den Praxisbezug und die Wirtschaftlichkeit der vorgeschlagenen Lösungen gelegt, d.h. durch ökonomische und qualitative Bewertungen der Lösungen, wurde der erwartete Nutzen quantifiziert und der ROI aufgezeigt. Dabei wurde der Durchlauf eines Patienten durch das Krankenhaus unter Berücksichtigung sämtlicher Schnittstellen im „Gesamtprozess Gesundheitswesen“ konzipiert und primäre Behandlungsprozesse mit Behandlungsprozessen einzelner Funktionsbereiche und mit Unterstützungsprozessen anderer Abteilungen verzahnt.


Durch das dreistufige Vorgehen aus Erhebung, Analyse und Konzeption konnten praxisnahe Empfehlungen erarbeitet und vorgeschlagen werden. Die Optimierungsmaßnahmen reichten dabei von kleineren organisatorischen Veränderungen bis hin zu größeren Investitionen, deren Nutzen durch die einhergehende ökonomische Betrachtung differenziert dargestellt werden konnte. Hierbei erwies sich die Nutzung von Forschungsergebnissen aus dem Forschungsprojekt Hospital Engineering als besonders hilfreich, da auf diese Weise Abhängigkeiten zwischen verschiedenen Problembereichen und den empfohlenen Maßnahmen aus den darin entwickelten Optimierungsverfahren nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen erstmals dargestellt werden konnten. Der enge Kontakt zum Auftraggeber, dem Pflegepersonal und sowie zu den Mitarbeitern in den einzelnen Leistungsstellen garantierte zudem, praxisnahe Problemlösungen unmittelbar an den Problemen der Anwender zu entwickeln und wissenschaftlich begründen zu können.

Projektpartner

  • Elisabeth-Krankenhaus Essen