Bundesweite Studie zum Stillverhalten (SuSe II)

Wenn die Mutter stillt, ist dies für den Säugling die beste Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung. Ernährungswissenschaftler und Mediziner empfehlen eine Phase von vier bis sechs Monaten, in denen das Kind nach der Geburt ausschließlich durch Muttermilch ernährt wird. Die Realität sah jedoch lange anders aus, ergab vor 20 Jahren die erste bundesweite Studie »Still- und Säuglingsernährung« (SuSe), die vom damaligen Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund (FKE) durchgeführt wurde. Schon nach wenigen Wochen stillte kaum noch jede zweite Mutter ihr Baby ohne Zufütterung. Beteiligt an der Studie waren damals 170 Kliniken und 1700 Mütter.

Nun soll eine neue, ebenso groß angelegte Studie (SuSe II) klären, ob sich dieses Verhalten - bedingt etwa durch stärkeres Umweltbewusstsein oder mehr Stillberatung - verändert hat und Mütter nun mehr und länger stillen. Die Studie wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert und ist auf zwei Jahre angesetzt. Auftraggeber ist die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, die die Stillstudie im Jahre 2020 in ihren 14. DGE-Ernährungsbericht aufnehmen wird.
Den Zuschlag für die Durchführung erhielt das neue Forschungsdepartment für Kinderernährung (FKE), das der Universitätskinderklinik Bochum seit 2016 angegliedert ist.

Die überwiegend auf paper-pencil-Methoden basierende Untersuchung im Rahmen der SuSe I wird im Zuge der Neuauflage um eine online-basierte Erhebung und Auswertung der Daten erweitert. Das Fraunhofer ISST begleitet das Studienvorhaben durch Einbringung seiner wissenschaftlich-technischen Expertise in der Nutzung digitaler Technologien in therapeutischen Konzepten sowie in den Themen Datensicherheit und Datenschutz. Weiterhin beteiligt ist die Abteilung für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie der Ruhr-Universität Bochum.

Partner

  • Universitätskinderklinik Bochum
  • Ruhr-Universität Bochum

Laufzeit

Juni 2017 bis Mai 2019

Förderung

Die Studie zum Stillverhalten von Müttern in Deutschland wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert.