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Videogestütztes Telekonsil und Datenspende auf Basis der Elektronische FallAkte

 

Pandemien erfordern digitale Lösungen, um Strukturen der Gesundheitsversorgung aufrechterhalten und gleichzeitig die Gesundheitsforschung verbessern zu können. Mit der Elektronischen FallAkte (EFA) hat das Fraunhofer ISST schon jetzt einen zentralen Baustein zur Sicherstellung und Verbesserung der Versorgung von COVID-19-Patientinnen und -Patienten bereitgestellt (Technology Readiness Leven (TRL): 9). Im Rahmen des »Virtuellen Krankenhauses NRW« tauschen sich COVID-19-Spezialisten aus Fach- und Universitätskliniken mithilfe dieses Telekonsils mit Ärztinnen und Ärzten kleinerer Krankenhäuser über Behandlungsfragen aus. Seit der Inbetriebnahme der EFA am 30. März 2020 wurden bereits viele Anforderungen zur weiteren Verbesserung aufgenommen. Da schon jetzt ein Lizenzabkommen für den bestehenden Funktionsumfang besteht, kann davon ausgegangen werden, dass eine Erweiterung des Funktionsportfolios die weitere Verbreitung der EFA erhöhen wird.

 



 

Die Herausforderung

Das Bundesgesundheitsministerium zielt darauf ab, die digitalen Gesundheitsversorgung der Patientinnen und Patienten in Deutschland mithilfe der Telematikinfrastruktur (TI) und einer Elektronischen Patientenakte (EPA) zu ermöglichen. Dies wird aber nicht vor 2021 realisierbar sein. Die EFA hingegen ist schon heute verfügbar und wird bereits in der Breite für verschiedenste Indiktionen eingesetzt. Es bestehen Migrationskonzepte, welche die EFA als Mehrwertdienst in die TI überführen.

Dabei ist zu beachten, dass die EFA mit ihren Bestandteilen wie etwa der Videosprechstunde kein Medizinprodukt ist.

 

Unsere Leistung

Das Fraunhofer ISST wird die bestehenden und neuen Anforderungen zu einer strukturierten Requirements-Specification zusammentragen. Dabei erhält das Institut Unterstützung durch etablierte Partner: Das Fraunhofer ISST ist Teil der durch das Bundesforschungsministerium geförderten Medizininformatik-Initiative im Projekt SMITH . Diese bestehende Kooperation soll genutzt werden, um Daten aus der EFA nach Einwilligung der Patientinnen und Patienten direkt strukturiert zu exportieren.

Zur Verbreitung und Evaluation arbeitet das ISST eng mit dem Universitätsklinikum Aachen sowie der Krankenhausgesellschaft NRW (KGNW) als Vertretung der 344 Krankenhäuser in NRW zusammen.

 

Das Ergebnis

Das Fraunhofer ISST strebt an, die Elektronische FallAkte um die folgenden Kernfunktionen zu erweitern:

  1. Durchführung eines Video-Konsils direkt aus der gesicherten Umgebung der EFA: Die Telekonsultation setzt derzeit externe ggf. unsichere Systeme von Fremdherstellern voraus. Des Weiteren sind Medizinerinnen und Mediziner dadurch gezwungen, mehrere Software-Werkzeuge gleichzeitig einzusetzen. Das Video-Konsil soll Teil des bestehenden EFA-Portals werden, um Video und medizinische Dokumentation an einem Ort zu haben.

  2. Bereitstellung der Daten im Sinne der Datenspende an die Medizininformatik-Initiative: Es soll ein Mechanismus für einen strukturierten Export der Daten (HL7 FHIR) umgesetzt werden, um die Daten – die Einwilligung der Patientinnen und Patienten vorausgesetzt – zum pandemischen Forschungszweck freizugeben. Hierzu arbeitet das Fraunhofer ISST eng mit zwei kooperierenden Unternehmen zusammen, um den Betrieb gemäß der gesetzlichen Vorgaben


Förderung

  • Fraunhofer-Gesellschaft im Rahmen des Anti-Corona-Programms