Data Ecosystems in der Datenwirtschaft

Datenmarktplätze verbinden Teilnehmer über digitale Plattformen

Digitalisierung und Industrie 4.0 verbreiten und etablieren sich in deutschen Unternehmen und sind aus der deutschen Wirtschaft inzwischen kaum mehr wegzudenken. Unternehmen, die interne und externe Daten nutzen, analysieren, interpretieren und in vorhandene Prozessketten integrieren können, haben einen inhärenten Wachstumshebel. So können erhebliche Wettbewerbsvorteile realisiert, Kosten gesenkt, Prozesse optimiert und neue innovative Geschäftsfelder erschlossen werden. Viele Unternehmen stehen jedoch vor der praktischen Umsetzung dieses Problems, da es an konkreten Lösungen für eine ganzheitliche Integration der Daten bei gleichzeitiger Wahrung der Datensouveränität mangelt.

Dies hat zur Folge, dass die Anzahl der Plattformen zur Bereitstellung von Daten in den letzten Jahren enorm zugenommen hat. Das primäre Ziel dieser Plattformen ist der Handel mit Roh- und verarbeiteten Daten sowie das Anbieten datenbezogener Dienstleistungen. Auch in Wissenschaft und Praxis hat man den Wert dieser Marktplätze für sich entdeckt. Plattformen bieten hier eine Infrastruktur für den Datenaustausch, indem sie als »Digital Broker« (»Vermittler«) eine Verbindung zwischen Datenanbietern und Datenkäufern herstellen. Grundsätzlich kann man also feststellen, dass es sich bei Datenmarktplätzen um Plattformen handelt, auf denen Daten als strategische Ressource gehandelt werden.

Innerhalb des Datenökosystems stellen Datenmarktplätze eine digitale Plattform dar, die den Datenaustausch über Organisationsgrenzen hinweg erleichtert und die verschiedenen Teilnehmer innerhalb des Datenökosystems verbindet. Mit der technologischen Weiterentwicklung von Webservices und serviceorientierten Architekturen, gewinnen Datenmarktplätze neben traditionellen Datenanbietern an Bedeutung. Das Bewusstsein für den Bedarf an Datenmarktplätzen wächst stetig und zwingt Organisationen aus Wirtschaft und Politik, sich mit dem Design und der Entwicklung von Datenmarktplätzen auseinanderzusetzen. Das Fraunhofer ISST reagiert auf diese Anforderung und arbeitet in verschiedensten Projekten daran mit, Datenmarktplätze zu entwickeln sowie in Prozesse einzubinden und gleichzeitig das Gleichgewicht im Datenökosystem aufrechtzuerhalten.