Leitthema Digitalisierung

Die Digitalisierung ist die zentrale gesellschaftliche, betriebswirtschaftliche und technologische Entwicklung unserer Zeit. Das 5G-Mobilfunknetzwerk, der 3D-Druck und »smarte« Services sind viel mehr als reine technische Innovationen: Sie verändern die Art und Weise, in der Menschen arbeiten und ihr Leben gestalten.

Produkte und Dienstleistungen sind zunehmend individualisiert und sind auf die persönlichen Bedürfnisse der Kunden ausgerichtet. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen physischen Produkten und digitalen Dienstleistungen, die die Produkte anreichern. Ferner wünschen sich Kunden heutzutage ein Leistungsangebot, dass sie durchgängig unterstützt anstatt ihren Bedarf aus dem Portfolio verschiedener Anbieter selbst zusammenzustellen. Trends wie »Shareconomy« machen ein neues Wertegefüge sichtbar, in dem Menschen Ressourcen lieber teilen, als sie zur exklusiven Nutzung besitzen zu wollen.

Diese Entwicklungen mit der Digitalisierung im Kern besitzen das Potenzial, angestammte Branchen in ihrer Mechanik grundsätzlich zu verändern und nicht nur für eine inkrementelle Weiterentwicklung zu sorgen. So ist beispielsweise zu hinterfragen, inwieweit die Automobilhersteller ihre dominierende Rolle in der Wertschöpfungskette als Original Equipment Manufacturer (OEM) halten können oder nicht vielmehr Gefahr laufen, zum Hardware-Lieferanten für Anbieter von Mobilitätsdiensten zu werden.

Konsequenzen für Unternehmen

Damit die Weiterentwicklung des Produkt- und Dienstleistungsportfolios für das digitale Zeitalter gelingt, müssen Unternehmen intern Voraussetzungen in drei Handlungsfeldern schaffen.

  1. Die Interaktion mit dem Kunden, häufig sogar mit dem Konsumenten, gewinnt an Bedeutung. Unternehmen, die keine Interaktion mit dem Endkunden haben, drohen, »verschattet« zu werden. Ihre Leistungen werden austauschbar. Deshalb experimentieren Konsumgüterhersteller wie Nestlé, Beiersdorf und L’Oréal mit eigenen Web Shops, eigenen Stores und digital angereicherten Produkten.
  2. Individualisierte Produkte weltweit zu gleichen Stückkosten produzieren zu können wie standardisierte Massenprodukte, erfordert die Beherrschung komplexer Fertigungs- und Dienstleistungsnetzwerke. Hier setzt Industrie 4.0 an, ein Organisationsprinzip für den Industriebetrieb der Zukunft, das zurzeit sowohl in Wissenschaft und Forschung als auch in der Praxis stark diskutiert wird. Kern von Industrie 4.0 ist die Autonomisierung von Produktions- und Logistikprozessen, also die Fähigkeit von Maschinen, Fahrzeugen und Produkten, Entscheidungen selbstständig zu treffen.
  3. Die Einhaltung behördlicher und gesetzlicher Auflagen (»Compliance«) sowie Transparenz über Informations- und Güterflüsse, Herkunftsnachweise, Inhaltsstoffen von Produkten usw. bilden das dritte Handlungsfeld. Wurden derartige Anforderungen in der Vergangenheit häufig als »notwendiges Übel« betrachtet, ergeben sich daraus heutzutage neue Geschäftsmöglichkeiten. So differenziert sich z. B. ALDI Nord seit Herbst 2014 vom Wettbewerb, indem sie mit dem ALDI Transparenz Code Verbraucherforderungen nach Herkunftsnachweisen bedienen.

Erfahren Sie hier wie unser Digital Buisness Engineering Methode funktioniert.