BMBF-Projekt FAIR Data Spaces führt Gaia-X und die Nationale Forschungsdateninfrastruktur zusammen

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In FAIR Data Spaces entwickeln die föderierte sichere Dateninfrastruktur Gaia-X und die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) einen gemeinsamen, cloud-basierten Datenraum für Industrie und Forschung. Dabei werden die FAIR-Prinzipien berücksichtigt, das heißt die Daten werden auffindbar, zugreifbar, interoperabel und wiederverwendbar geteilt (findable, accessible, interoperable, reusable). Das Projekt FAIR Data Spaces ist auf drei Jahre angelegt und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Das Vorhaben schafft den Fahrplan für die Zusammenarbeit der beiden Initiativen und klärt ethische und rechtliche Rahmenbedingungen für den Datenaustausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Zudem erarbeitet das Projekt gemeinsame technische Grundlagen und demonstriert die Nutzung von Gaia-X-Technologien für das Bereitstellen und Verwenden von Forschungsdaten entlang der FAIR-Prinzipien in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen und Branchen.

Der NFDI-Verein und zahlreiche in NFDI-Konsortien organisierte Universitäten vertreten die Anwendungsdomäne Wissenschaft. Die wirtschaftsorientierte Gaia-X-Seite wird vertreten durch die Fraunhofer-Gesellschaft sowie Atos als Repräsentanten der an Gaia-X beteiligten Unternehmen. Weitere Partner, insbesondere kleine Unternehmen, werden durch eine offene Ausschreibung ab Anfang 2022 in die Entwicklung von Demonstratoren eingebunden.

Als Koordinator übernimmt das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT in der Anfangsphase die Leitung der Roadmapping- und Community-Aufgaben und pflegt die dynamisch fortgeschriebene Themen- und Technologie-Landkarte.

Im weiteren Verlauf dieses Arbeitspakets vertreten Fraunhofer FIT und das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST die Perspektiven von Gaia-X und den International Data Spaces und bereiten insbesondere die für 2023 geplante Veröffentlichung der Ergebnisse vor.

Zu den technischen Grundlagen des Projekts tragen die beiden Fraunhofer-Institute führend das auf Gaia-X basierende Architektur-Konzept bei. Fraunhofer FIT leitet die Entwicklung der verteilten Analyse von Forschungsdaten aufbauend auf Vorarbeiten, unter anderem in NFDI4Health, und bringt diese in den Demonstrator des Projekts zur plattformübergreifenden Datenanalyse ein. Zudem werden zwei weitere Demonstratoren in den Bereichen Biodiversität und Qualitätssicherung von Forschungsdaten realisiert.

Die Fraunhofer-Institute sind weiterhin beteiligt am Aufbau einer Cloud-native-Architektur, der Storage-Infrastruktur, am Monitoring hinsichtlich Compliance und FAIRness, am Aufbau des FAIR Identity Space und am Aufbau und der Validierung von Terminologien für Daten und Metadaten.

Zudem sind sie für die Ausschreibung, Vergabe und Begleitung von Unteraufträgen zur Entwicklung weiterer Demonstratoren durch KMU ab 2022 verantwortlich. Interessierte Unternehmen können sich schon jetzt an den Verbundkoordinator Dr. Christoph Lange-Bever (christoph.lange-bever@fit.fraunhofer.de), Abteilungsleiter Data Science und Künstliche Intelligenz am Fraunhofer FIT, wenden.

»In den vergangenen Jahren haben sowohl Wissenschaft als auch Wirtschaft große Schritte hin zu standardisierten Daten-Infrastrukturen gemacht. Das Projekt FAIR Data Spaces stellt nun an der Schnittstelle, nämlich bei der gemeinsamen Nutzung von Forschungsdaten, die Verbindung zwischen beiden Welten her – in organisatorischer, rechtlicher und technischer Hinsicht. Unternehmen, die mit Gaia-X kompatibel sind oder es werden möchten, bekommen dadurch leichteren Zugang zu Forschungsdaten«, so Dr. Christoph Lange-Bever.

»Das Besondere am Projekt FAIR Data Spaces ist die Schaffung einer vertrauenswürdigen Daten- und Analyseinfrastruktur auf Basis der durch Gaia-X definierten gemeinsamen europäischen Werte. Hierbei trägt das Projekt durch die Implementierung mehrerer Demonstratoren auch in praktischer Hinsicht zur Realisierung dieser Vision bei und hilft, eine gemeinsame Plattform für den Datenaustausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu etablieren«, ergänzt Marcel Altendeitering, der das Projekt am Fraunhofer ISST betreut.

Weitere Partner des Projekts FAIR Data Spaces sind die Justus-Liebig-Universität Gießen, die TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften, die Universität zu Köln, die Universität Leipzig, die RWTH Aachen University, FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastrukturen GmbH, das Universitätsklinikum Heidelberg, die Eberhard Karls Universität Tübingen, die Heidelberger Akademie der Wissenschaften, das Europäische Laboratorium für Molekularbiologie EMBL, die Philipps-Universität Marburg, die Westfälische Wilhelms-Universität Münster, die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft und Atos.

Das Projekt umfasst somit Bereiche zahlreicher NFDI-Konsortien, der Medizininformatikinitiative (MII), Gaia-X Association for Data and Cloud (AISBL) und International Data Spaces Association (IDSA).

Weitere Informationen finden Sie auf der Projektseite: www.nfdi.de/fair-data-spaces