Hannover Messe, Hannover, 1. bis 5. April 2019; Halle 2, Stand C22

»International Data Space«-Architektur in ersten digitalen Ökosystemen eingesetzt

20.3.2019

Digitale Wirtschaft: Wertschöpfungskette zerbrechlicher Güter souverän überwacht / Deutsche Telekom zeigt innovative Plattform für sicheren Datenaustausch

Das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST stellt die ersten Daten-Ökosysteme auf Basis der Referenzarchitektur »International Data Space« auf der Hannover Messe in Halle 2, Stand C22 vom 1. bis 5. April 2019 vor. Die Deutsche Telekom gehört zu den ersten Telekommunikationsunternehmen, die diese Architektur in die Unternehmensrealität umgesetzt hat. Am Beispiel Glasflaschen zeigt die Telekom auf dem Fraunhofer-Stand, wie man Daten verschiedener Stufen der Wertschöpfung branchenübergreifend analysieren kann. Das Daten-Ökosystem besteht aus dem Telekom Data Intelligence Hub, dem Low-Cost-Tracker und dem ersten von der International Data Space Association als »IDS ready« bestätigten Connector. Dieser Connector verschreibt sich den Ideen zum sicheren und souveränen Datenaustausch mittels International Data Space-Architektur.

Ein Glashersteller beispielsweise produziert im Auftrag eines Saftproduzenten Flaschen. Schon während der Produktion fallen unterschiedlichste Daten an, die Aussagen über die Qualität des Produktes ermöglichen. Weitere Daten werden beim Transport der Paletten mit den Glasflaschen erzeugt. Denn diese legen auf ihrem Weg zur Abfüllanlage etliche Kilometer per LKW, Bahn oder Schiff zurück.  Der Low-Cost-Tracker der Telekom kann die Position der Palette bestimmen sowie Bewegung, Schockeinwirkungen und Temperaturverlauf abrufen. Der wasserfeste Sensor registriert Stöße, Lage, Kippwinkel, Beschleunigungen und Temperatur der Palette. Zudem werden Daten an der Abfüllanlage erzeugt.

Alle Daten, von der Produktion über die Lieferung bis zum fertigen Produkt, werden über die International Data Space-Infrastruktur (IDS) datensouverän für das Ökosystem bereitgestellt. Hier setzt der Connector des Telekom Data Intelligence Hub an. Im An-wendungsbeispiel wird der Data Intelligence Hub im ersten Schritt zur Datenfusion genutzt, indem die Daten aus den unterschiedlichen Industrien aufgenommen werden. Im zweiten Schritt folgt die Datenanalyse. Dafür steht auf der Plattform die KI-Werkstatt mit verschiedenen Analysetools zur Verfügung, natürlich unter Einhaltung der Telekom KI-Richtlinien. Der Betreiber der Abfüllanlagen erhält die durch KI analysierten Ergebnisse über die Herstellung der Glasflaschen und Informationen über den aktuellen Standort der Lieferung. Auch der Produzent der Flaschen bekommt diese Daten und zusätzlich die Nutzungsdaten vom Betreiber der Abfüllanlagen. So kann er sein eigenes Produkt verbessern. Dem Logistikanbieter werden seine Be- und Entladungszeiträume angezeigt, so dass dynamisch zum Beispiel auf Stausituationen reagiert werden kann. Im Falle einer Beschädigung der Flaschen oder Verzögerungen in der Produktions- oder Lieferkette können die Unternehmen also viel schneller handeln. Eine »Just in time«-Reaktion sowie eine Nachvollziehbarkeit der Situation werden damit für alle Beteiligten einfacher.

Wer welche Daten sehen und nutzen kann, regelt die Architektur des International Data Space: Diese von Fraunhofer unter Leitung des Fraunhofer ISST entwickelte Architektur schafft einen Rahmen, der dem datengebenden Unternehmen die Möglichkeit gibt, Daten mit anderen Unternehmen auszutauschen und dabei stets die Kontrolle über die Verbreitung und Nutzung der Daten zu behalten. Sie schafft damit die Rahmenbedingungen für echte Datensouveränität im industriellen Kontext und dient als wesentliche Komponente einer Dateninfrastruktur in und für Europa. Die Telekom nutzt die Referenzarchitektur des International Data Space als innovative Plattform für den sicheren und effizienten Austausch. Bei der Verarbeitung und der Analyse von Daten liegt ihr Fokus auf innovativen datengetriebenen Services und Anwendungen rund um maschinelles Lernen oder Künstliche Intelligenz (KI).

Die International Data Spaces-Initiative ermöglicht offene Datenmarktplätze für die Wirtschaft. Auf ihnen werden Daten zwischen vertrauenswürdigen Partnern sicher getauscht. Datensouveränität aller Partner wird über die gesamte Datenwertschöpfungskette gewahrt. Der International Data Space ist Teil einer sicheren Dateninfrastruktur und damit eine Schlüsseltechnologie für innovative Anwendungen der Künstlichen Intelligenz. Er trägt zur zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft sowie zur gesellschaftlichen Prosperität bei. Als wichtiger Baustein der digitalen Infrastruktur hilft der International Data Space dabei, die Chancen der KI zum Wohle von Menschen und Unternehmen zu nutzen und gleichzeitig Risiken zu begegnen.

Neben dem konkreten Industriebeispiel stellt das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST auf der Hannover Messe sein Leistungsportfolio zum Aufbau solcher Data Ecosystems von der Inventarisierung existierender Daten (»Digital Cleanup«) über die Definition datengetriebener Prozessverbesserungen und neuer Geschäftsmodelle (»Digital Company«) bis hin zur digitalen Vernetzung mit anderen Unternehmen und multilateralen Ausweitung (»Digital Ecosystem«) vor. Das Institut informiert auch über die Potenziale des International Data Space für den souveränen Datenaustausch von weiteren Unternehmen.

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