Die Herausforderung
Viele Unternehmen verfügen nicht über ausreichend große, ausgewogene oder qualitativ verlässliche Datenbestände, um allein robuste KI-Modelle zu trainieren. Dezentrales föderiertes Lernen eröffnet deshalb die Möglichkeit, unternehmensübergreifend gemeinsame Modelle zu entwickeln, ohne Rohdaten zentral zusammenzuführen. In der Praxis scheitert die Zusammenarbeit jedoch häufig an fehlender Kontrolle: Einmal in das Modell eingeflossene Datenbeiträge lassen sich nicht ohne Weiteres zurückziehen, selbst wenn sich Daten später als fehlerhaft, sensibel oder regulatorisch problematisch erweisen. Unternehmen müssten damit Kontrolle, Flexibilität und Datensouveränität aufgeben − eine Hürde, die viele Kooperationen verhindert.
Unsere Leistung
Gemeinsam mit Fujitsu hat das Fraunhofer ISST mit »DeFedOblivio« ein Framework entwickelt, das dezentrales föderiertes »Unlearning« − also das Vergessen von Daten einer KI − in kollaborativen Unternehmensökosystemen ermöglicht. Datenbeiträge einzelner Teilnehmer können gezielt, nachvollziehbar und sicher aus einem gemeinsam trainierten Modell entfernt werden, ohne das vollständige Training neu starten zu müssen. Die Lösung ist Komitee-gesteuert und fair organisiert: Alle Beteiligten haben dieselben Rechte und Pflichten, Entscheidungen werden gemeinschaftlich abgesichert, und auch bei fehlerhaftem oder manipulativem Verhalten einzelner Teilnehmer bleibt das System verlässlich und handlungsfähig.